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Trauer um Christiane Curdt geb. Finke

Die LG Göttingen trauert um Christiane Curdt geb. Finke. Im Alter von erst 58 Jahren starb die frühere mehrfache Deutsche Meisterin  am 20. Dezember 2020 nach längerer Krankheit in Hamburg.

Durch ihren Vater Joachim, einen der Initiatoren der im Jahr 1970 gegründeten LG Göttingen, kam Christiane als Kind früh zur Leichtathletik und entwickelte sich Mitte der 70er-Jahre zu einer der besten Mittelstreckenläuferinnen in Niedersachsen in den Schülerinnenklassen. Der erste große Erfolg auf Bundesebene gelang der damals noch 14-Jährigen bei den Deutschen Crosslauf-Meisterschaften 1977 in Neumünster bei der weibl. Jugend A über die Mittelstrecke als Vizemeisterin hinter der späteren Weltmeisterin über 3.000m, Birgit Friedmann (Eintracht Frankfurt). In diesem Rennen führte Finke die LG Göttingen mit Christiane Mulle (5.) und Marina Kerl (18.) auch zum ersten Deutschen Mannschaftstitel des Vereins.  Bei der legendären „Matschschlacht“ von Goldbach 1978 war die LGG dann über die WJA-Langstrecke mit Mulle (2.), Finke (5.) und Almut Potschka (19.) in der Mannschaftswertung erfolgreich, die Titelverteidigung gelang 1979 in Baunatal mit Finke als erneuter Vizemeisterin, Potschka (4.) und Kerl (30.). 1980 war für Christiane dann auch der erste Deutsche Einzeltitel über 3.000m bei der WJA in 9:25,3 fällig.

Den größten Erfolg ihrer Karriere feierte Christiane Finke 1985 bei der Cross-DM in Rhede als Deutsche Meisterin über die Mittelstrecke. Dabei ließ sie niemand Geringere als die bis dahin 54fache Deutsche Meisterin und eigentlich als unschlagbar geltende Brigitte Kraus (ASV Köln) hinter sich. Unvergessen ihr Zieleinlauf, mit vor das Gesicht geschlagenen Händen, den Erfolg selbst nicht fassend. Ein Mannschaftstitel über die Frauen-Mittelstrecke kam für sie als Einzel-Siebte 1989 in Vinsebeck zusammen mit Überraschungsmeisterin Sabine Nolte und Almut Potschka (19.) noch dazu.
In den 90er Jahren zog es Christiane Curdt beruflich nach Hamburg. Hier war sie als ein Gründungsmitglied des Hamburg Running e.V. weiterhin aktiv und betätigte sich bis zum krankheitsbedingten Ausscheiden als Athletiktrainerin.

Den engen Kontakt zur LG in ihrer Heimatstadt Göttingen hielt sie weiterhin aufrecht. Bis zuletzt war sie bestens über die Leistungen heutiger LG-Athleten informiert. Besonders wichtig waren ihr aber die regelmäßigen Treffen der Mittel- und Langstreckler der 70er- und 80er-Jahre der LG Göttingen, deren freundschaftliche Verbundenheit untereinander weit über die sportlichen Belange  hinaus  bis heute besteht. So war Christiane als eine der treibenden Kräfte stets bei den Zusammenkünften u.a. im Harz, in Göttingen und bei überregionalen Meisterschaften und Sportfesten zu finden. Das Treffen dieser Gemeinschaft anlässlich der Deutschen Meisterschaften 2020 in Braunschweig, das letztendlich coronabedingt ausfallen musste, lag ihr bis zuletzt sehr am Herzen, auch wenn sie selbst gesundheitsbedingt nicht mehr hätte daran teilnehmen können.

Mit Christiane Curdt verlieren ihre jahrelangen Trainings- und Wegbegleiter eine liebe Freundin und die LG Göttingen eine ihrer verdienstvollsten Athletinnen. Wir wahren ihr ein würdiges und ehrendes Andenken.

Christianes Bestzeiten stehen bei:  800m 2:09,42 (01.06.83 Menden), 1.500m 4:19,96 (11.06.83 Oldenburg, 3.000m 9:10,13 (16.05.84 Koblenz) und 5.000m 16:24,0 (03.06.83 Baunatal). Christianes Hauptstrecke waren die 3.000m, die 5.000m waren damals für Frauen noch nicht im offiziellen Meisterschaftsprogramm und wurden von ihnen bis in die 90er Jahre nur selten gelaufen. 

Horst von Gaza (LG Göttingen)

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