Neele Eckhardt ist Deutsche Hallenmeisterin Dreisprung

Olympianorm verfehlt, aber Titel geholt: Neele Eckhardt hat bei den Deutschen Hallenmeisterschaften der Leichtathleten in Leipzig den Sieg im Dreisprung eingefahren. Die Göttingerin gewann mit 14,09 Meter knapp vor Kristin Gierisch von der LAC Chemnitz.

Während die achtfache Deutsche Meisterin und Titelverteidigerin Gierisch im Leipziger Sportforum ordentlich in den Wettkampf startete, merkte man der LGG-Springerin die Belastung des Wettkampfes deutlich an. 13,59 und 13,62 Meter im dritten Durchgang waren die ersten beiden Weiten, dazwischen ein ungültiger Sprung, der auch nicht besser war.

Für die Titelverteidigerin aus Chemnitz war der Wettkampf fast ein Heimspiel. Im zweiten Versuch legte sie unter dem Jubel der Zuschauer in der ausverkauften Halle 14,03 Meter hin, und zumindest der Chronist sah die Felle für die LGG-Dreispringerin bereits davonschwimmen. Während Gierisch, der man ihre lange Wettkampfpause anmerkte, ihr Pulver nach dem zweiten Durchgang bereits verschossen hatte, entzündete sich für Eckhardt mit dem vierten Versuch wieder ein Hoffnungsfunke.

Der Sprung wurde mit 13,98 Metern vermessen, technisch alles andere als perfekt, aber immerhin. Danach stellte die 27-Jährige aber nicht zum ersten Mal unter Beweis, wie gut sie mittlerweile auf Druck reagieren kann. Mit 14,09 Metern übernahm die LG-Springerin in Durchgang fünf die Führung. Bei Eckhardts Trainer Frank Reinhardt hellte sich in der Coaching-Zone die Miene deutlich auf, obwohl er auch diesen Sprung in die Kategorie „bei Weitem nicht vollkommen“ einordnete.

Nachdem beim letzten Durchgang die Sprungreihenfolge nach der Platzierung geändert wurde und Gierisch nichts mehr zuzusetzen hatte, stand vor dem letzten Sprung der Konkurrenz fest: Neele Eckhardt ist zu zweiten Mal nach 2018 Deutsche Hallenmeisterin im Dreisprung. Ihr letzter Versuch ging noch mal auf 14,06 Meter, und auch damit hätte sie den Titel geholt.

Nach diesem Wettkampf, dem Abschluss der diesjährigen Hallensaison, waren ihre Gedanken aber bereits bei einem anderen Ereignis. „Wir ziehen um – schon am kommenden Wochenende“, so Eckhardt. Das bedeutet allerdings nicht, dass Göttingens erfolgreichste Leichtathletin die heimischen Gefilde verlassen wird, sondern der Ortswechsel erfolgt innerhalb der Göttinger Südstadt. Ansonsten ist alles beim Alten. Die Zielsetzung hat sich nicht verändert: „Olympianorm so schnell wie möglich, am besten bereits bei einem der ersten Stadionwettkämpfe“, hofft die Deutsche Meisterin.

Sehr gut aus der Affäre zog sich Kira Wittmann. Gerade der U20-Jugend entwachsen, sprang sie im ersten Durchgang 12,94 Meter, und bereits zu diesem Zeitpunkt bestand schon kein Zweifel am Minimalziel, dem Erreichen des Finales. Den dritten Rang nach Durchgang eins konnte sie zwar nicht halten. Am Ende belegte Wittmann Platz sechs.

Ergebnisse Dreisprung (PDF)

Der Weitsprungwettbewerb am Sonntagnachmittag dürfte LGG-Neuzugang Merle Homeier länger in Erinnerung bleiben. Nach zwei Durchgängen lag Homeier noch vor der Weltmeisterin Maleika Mihambo in Führung. Im dritten Durchgang sprang die 20-jährige Studentin mit 6,41 sogar persönliche Bestleistung. Doch Mihambo steigerte sich auf 6,63 Meter, und im letzten Durchgang verbesserte sich die Weltmeisterin noch auf 6,77 Meter. Am Ende belegte die Göttingerin Platz drei, denn Maryse Luzulo kam noch auf 6,44 Meter. Trainer Frank Reinhardt kann auf ein sehr erfolgreiches Wochenende zurückblicken.

Ergebnisse Weitsprung (PDF)

 

Fotos: Torben Flatemersch


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