Neele Eckhardt setzt Göttinger Glanzlicht bei Nordeutschen Meisterschaften

Beim letzten Wettkampftest vor den Deutschen Meisterschaften am 21./22.07. in Nürnberg setzte LGG-Dreispringern Neele Eckhardt noch einmal ein deutliches Ausrufezeichen. Die Sportsoldatin konnte die Reise nach Hamburg zu den Norddeutschen Titelkämpfen mit der Gewissheit antreten, dass sie für Berlin gesetzt ist. Bereits am Mittwoch hatte der DLV diejenigen Athletinnen und Athleten für die Europameisterschaften vom 06. bis 12.08. vorzeitig nominiert, die aufgrund ihrer Leistungen in der bisherigen Saison die bislang üblichen Nominierungsrichtlinien nicht mehr erfüllen müssen. Dazu gehörte neben der geforderten Mindestleistung mindestens ein dritter Platz bei den Deutschen Meisterschaften.

Die Vornominierung hatte indes für die LGG-Athletin aber auch eine zweite Seite. Spannung und Wettkampfdruck wollten sich in Hamburg auch ob der mangelnden Konkurrenz nicht so recht einstellen. Zwar waren 17 Dreispringerinnen in der Frauenklasse gemeldet, keine spielt jedoch auch nur annähernd in einer ähnlichen Liga wie Eckhardt. So lag die Deutsche Hallenmeisterin nach dem vierten Durchgang mit für sie bescheidenen 13,86 Metern einen dreiviertel Meter vor der nächstbesten Konkurrentin.

Aber sie wäre nicht Neele Eckhardt, wenn sie im vorletzten oder letzten Versuch nicht noch eine Schippe draufzulegen vermag. Als ob der Schalter umgelegt worden wäre, ging der fünfte Sprung trotz technischer Defizite und einem Gegenwind von 0,7 m/sec. auf 14,21 Meter: zweitweitester Sprung in der Karriere überhaupt und nunmehr siebter Rang in der europäischen Bestenliste. Und nicht genug damit: Im letzten Durchgang setzte Eckhardt noch einmal alles auf eine Karte. Der technisch deutlich bessere Sprung ging klar über die 14,21 Meter hinaus, aber die Schuhspitze hatte das Plastilin am Absprungbalken angekratzt: leider ungültig.

Zwei weitere LGG-Springerinnen hatten auch das Finale erreicht. Thea Schmidt wurde Fünfte mit 11,93 Metern und Friederike Altmann, bei der es noch nicht so recht rund laufen will, kam mit 11,27 Metern auf Rang acht.

Die drei Dreispringerinnen starteten zusammen mit der 16-jährigen Schlussläufern Beatrix Gross anschließend noch in der 4x100-m-Staffel. Eigentlich mehr als Spaßprojekt gedacht, kam die LGG-Staffel als bestes niedersächsischen Team auf den sechsten Platz und verfehlte dabei die Norm für die Deutschen Meisterschaften nur um eine gute Zehntelsekunde.

Ohnehin konnten die beiden jugendlichen Sprinter der LGG in Hamburg überzeugen. Der U20-Jugendliche Monte Knaak pulverisierte bei den Männern über 200 m seine Bestzeit mit 22,66 Sekunden förmlich. Beatrix Gross erreichte über dieselbe Distanz in der U18-Jugend das Finale mit einer Vorlaufzeit von 25,96 Sekunden. Hier konnte sie noch eine kleine Schippe drauflegen und wurden in 25,93 Sekunden Sechste.

Über 400 m Hürden kam Anja Bosold nach ihrem Landesmeistertitel in 66,64 Sekunden auf den vierten Rang. Altstadtlaufsieger Jasper Laakmann wurde Zehnter über 1500 m in 4:00,57 Minuten. Jahresbestleistung für Maximilian Wardeck im Weitsprung der Männer: 6,78 Meter und der sechste Platz.

Nicht ganz so gut lief es für die LGG bei den Norddeutschen Meisterschaften der U20- und U16-Jugend in Berlin, wo nur zwei Aktive am Start waren. Maik Bruse (U16) wurde Dritter über 300 m Hürden in 43,53 Sekunden. Johanna Hillebrand erzielte ihre beste Leistung im Speerwurf mit 34,84 Metern und einem sechsten Platz. Im Weitsprung wurde sie Achte mit 5,16 Metern.