Trainieren, Essen, Schlafen – 7 Tage Trainingslager Viareggio

Auch wenn Trainingslager für den Außenstehenden nicht gerade nach dolce vita klingt, fanden sich 13 Läufer der LG in der Woche vor Ostern im Läufer-Paradies wieder: Seit 1985 (mit Unterbrechungen) fährt die LG nach Viareggio ins Trainingslager – und das nicht ohne Grund: Die weichen Böden des ausgedehnten Pinienwaldes in der Umgebung laden zu langen Dauerläufen ein, die Bahn ist idyllisch gelegen, das Meer macht müde Läuferbeine munter und die familiäre Unterkunft inklusive Essen ist unschlagbar. Zwei warme Mahlzeiten pro Tag mit Pasta in allen möglichen Variationen waren genau das Richtige für hungrige Sportler und dank eines Italieners in der Runde lief auch die Menübestellung reibungslos über die Bühne bzw. den Tisch.

So oft wie Eis gegessen und Kaffee getrunken wurden, benötigte aber spätestens am zweiten Tag in diesen Angelegenheiten niemand mehr Übersetzungshilfe. Sehr zum Leidwesen des Italieners musste mit dem bestellten Cappuccino dann häufig überschwänglich angestoßen werden – zwar absolut unitalienisch, aber für die Deutschen schien das irgendwie passend.

Auch wenn Essen und Kaffeetrinken einen hohen Stellenwert einnahmen, kam selbstverständlich das Trainieren nicht zu kurz. Täglich standen zwei Trainingseinheiten auf dem Plan: eine Tempoeinheit und ein Dauerlauf, jeweils abgestimmt auf Mittel- und Langstreckler. Nicht jeder hat jede Trainingseinheit in vollem Umfang wahrgenommen und so mancher Dauerlauf wurde durch eine Rennradtour ersetzt. Volker Hillebrecht war zum Beispiel  statt als starker Läufer als toller Fotograph am Start, dafür noch mal ein ganz herzliches Dankeschön!

Zum Trainingsklassiker der Woche gehört stets der abschließende Maximallauf entlang der Viale dei Tigli, bei dem sich die Kilometer der vorangegangenen Woche durchaus bemerkbar machten.

Am Ruhetag ging es als Ausflug entweder nach Florenz oder Cinque Terre, fünf malerisch an der Küste gelegene Dörfer. Insbesondere für die Cinque-Terre-Fahrer hatte der Ruhetag seinen Namen nach einer fünfstündigen Berg-Auf-und-Ab-Wanderung allerdings nicht ganz verdient.
Die Florenzfahrer vermissten die kulturhistorischen Erläuterungen von Trainer Wilhelm Gräber, der sich nicht nur mit Trainingsplänen, sondern auch mit Bauplänen und in italienischer Geschichte bestens auskennt, im Trainingslager dieses Jahr aber leider nicht dabei sein konnte.
Das nur 20km von Viareggio entfernt liegende Pisa war ebenfalls Ausflugsziel und die LG-ler kamen nicht umhin, sich wie alle anderen Touristen in allen möglichen Verrenkungen vor dem Turm ablichten zu lassen-das Stabi-Programm für den Tag war damit erledigt.

Nach sieben Tagen war das Läufer-dolce-vita dann leider vorbei – natürlich nicht ohne vorher noch mit einem Cappuccino auf das nächste Trainingslager anzustoßen.