Gelb-schwarze Dominanz am Seeburger See

Gelb-schwarz war die dominierende Farbkombination beim 18. Volksbank-Mitte-Silvesterlauf der LG Eichsfeld, der unter wahrhaft ungewöhnlichen Verhältnissen stattfand. 12°C zeigte das Thermometer an, und zwar im positiven Bereich. Beste Bedingungen also, wäre nicht der stürmische Wind gewesen. Dieser blies ‒ ganz lässt sich dieses bei einem Rundkurs nicht umgehen ‒ auch mal von vorne. Bei der fast durchgängig nach allen Seiten offenen Strecke um den Seeburger See kam es einigen Akteuren daher zeitweise sicherlich so vor, als hätten sie versehentlich den Rückwärtsgang eingelegt. Auf der fast einen Kilometer langen Zielgeraden jedenfalls kam die Brise von hinten, so dass hier noch Mal anständig Gas gegeben werden konnte. Ein besonderes Lob gebührt wieder einmal der LG Eichsfeld unter der Leitung von Olaf Waida, die das Laufevent perfekt über die Bühne brachte.

Der erste Lauf ging über eine Runde von ca. fünf Kilometern und hier wurde vor allem bei den Frauen einmal offenkundig, wie positiv sich die Läufergruppe um den LGG-Vorsitzenden Wilhelm Graeber entwickelt hat. Sieben Läuferinnen der Top Ten gehörten diesem Team an und nicht nur das: Die ersten vier Plätze gingen an die LGG. Julia Börner siegte (erwartungsgemäß) vor Karina Sosanski, Anja Vogelgesang und Wiebke Lühmann. Auf Rang Sechs folgte Katharina Linke als schnellste U23-Läuferin, Laura Hampe wurde Achte und Anna Veltrup Zehnte. Christiane Mulle sicherte sich Altersklassenwertung W55 und Anke von Gaza wurde bei den zehn Jahre jüngeren Frauen Dritte.

Nur wenig standen dem die LGG-Männer nach. Jasper Cirkel musste nicht sämtliche Kräfte mobilisieren, um Bjarne Friedrichs auf den Silberrang zu verweisen. Letzterer absolvierte am Seeburger See übrigens seinen letzten Lauf im LGG-Trikot. Der Orientierungsläufer promoviert an der Uni Heidelberg und wird daher ab 2018 für die dortige Sieger TSG 78 starten. Vierter und der U23-Wertung wurde Neuzugang Alexander Fierenz, zwei Plätze dahinter erreichte Thomas Graeber das Ziel und Volker Hillebrecht wurde als zweitschnellster M45er Achter der Einlaufwertung. Nach langer Auszeit stellte Wilhelm Graeber unter Beweis, dass er das Laufen nicht verlernt hat. In seiner Altersklasse M60 nahm er dem Zweitplatzierten fast vier Minuten ab und wäre auch bei den 20 Jahre jüngeren Akteuren noch in der Spitze mitgelaufen. Fast ebenso dominant agierte der um 45 Jahre jüngere Jarno Kelzewski, der die U16-Konkurrenz bei einem Vorsprung von fast dreieinhalb Minuten blass aussehen ließ und danach sogar noch den Lauf der Schüler über 1.000 Meter mit großem Vorsprung gewann.  Als jeweils Dritte ihrer Wertungsklassen kamen Adrian Fierenz (U23) und Daniel Ganz (M35) ins Ziel.

Bei der Langstrecke über zwei Runden (ca. 10.000 Meter) mussten die Zuschauer im Zielbereich Geduld aufbringen, um nach dem Einlauf der drei Top-Platzierten ein Trikot zu erblicken, welches nicht die Farben gelb und schwarz trug. M35-Senior Andreas Gerrits ließ wie bereits im Vorjahr die Konkurrenz sehr alt aussehen und lief gegenüber dem zweitplatzierten Vereinskameraden Michele Salvi 45 Sekunden Vorsprung heraus. Sechs Sekunden später folgte Sebastian Hanelt, der nach langer Verletzungspause für die kommenden Crossläufe wieder in Form zu kommen scheint. Danach wäre fast Zeit für einen - bei den Temperaturen allerdings unangemessenen - Glühwein gewesen, ehe mit Radpsortler Mirko Witte vom RSC Göttingen der Viertplatzierte ins Ziel kam. Erfreuliche zweite Wertungsklassenplätze gab es noch für Holger Ludwig (M45) und Tiago Feichtner (U20).

Bei den Frauen stellte Jana Beyer von der ausrichtenden LG Eichsfeld ihr großes Talent unter Beweis. Die 17-jährige lief die Konkurrenz bei einem Vorsprung von fast fünf Minuten in Grund und Boden. Der zweite Platz der Gesamtwertung und der Sieg in der W40-Wertung ging durch Sanna Almstedt an die LGG. Dritte und U23-Siegerin wurde Miriam Held, Fünfte Carolin Hauck.

Auch im Lauf der Schüler/Schülerinnen über 1.000 Meter gab es einige vordere Platzierungen für die LGG. Dritte in der Klasse U12/U10 wurde Lioba Kelzewski und ihre Schwester Iole Zweite bei den achtjährigen Mädchen. Auf Rang Drei bei den U12-Schülern kam Knut Heske.