Neele Eckhardt mit nächstem 14 Meter Sprung Deutsche Vizemeisterin

Nach dem dritten Platz 2014 in Ulm und verletzungsbedingtem Verzicht in den Folgejahren landete LGG-Dreispringerinn Neele Eckhardt in Erfurt ihren bislang größten Erfolg bei Deutschen Meisterschaften. Zaghaft im Vorfeld geäußerte Titelambitionen aufgrund der Vorleistungen (deutsche Jahresbestleistung und zweiter Platz in Europa) relativierte Trainer Frank Reinhardt unter Verweis auf die viel größere Erfahrung  von Kristin Gierisch (LAC Chemnitz), immerhin amtierende Hallen-Europameisterin und Vizeweltmeisterin in der Halle.

Bei insgesamt besten Bedingungen startete Eckhardt in Erfurt wie gewohnt gemächlich mit 13,77 Metern, um im zweiten Versuch mit 14,02 Metern ein Ausrufungszeichen und die Konkurrentin unter Druck zu setzen . Diese reagierte jedoch prompt mit einem Satz auf 14,40 Meter, eine der besten jemals in Deutschland gesprungenen Weiten. Damit war die Messe im Prinzip gelesen weil Eckhardt – möglicherweise auch unter dem Eindruck dieses Supersprungs – technische Mängel beim Übergang vom Step in den Jump offenbarte und sich nicht mehr steigern konnte. Mit dem Gesamtbild zeigten sich jedoch sowohl Athletin als auch Trainer zufrieden. Bereits am Mittwoch steht im finnischen Joensuu die nächste Bewährungsprobe an. In einem gut besetzten internationalen Feld steht Eckhardt hier an der Spitze der Setzliste.

Während sich Eckhardt‘s Heimreise wegen der angeordneten Dopingkontrolle verzögerte, konnte sich Lisanne Rieker auf der Rückfahrt nach Göttingen bereits wieder ihren Unterlagen zu den anstehenden Medizinklausuren widmen. Die ehemalige Deutsche U18-Meisterin erreichte trotz Prüfungsstress ihr Ziel, nämlich das Erreichen des Finales. Mit 12,95 Metern wurde sie Sechste. Zwei knapp übertretene Sprünge deutlich jenseits der 13 Meter deuteten an, dass bei  zielgerichterer Vorbereitung auch die Bronzemedaille möglich gewesen wäre. Diese ging mit 13,39 Metern erwartungsgemäß an die Berlinerin Birte Damerius.

Im Rahmen des Erwartbaren blieb der Auftritt der dritten LGG-Starterin. Mittelstrecklerin Julia Börner musste bereits am Sonnabend im Vorlauf über 1500 Meter ran. Angesetzt waren die Läufe in der Mittagshitze zwischen 13 Uhr und 13.15 Uhr, denkbar ungünstige Voraussetzungen also für schnelle Zeiten. Die Uhr für  die Göttingerin blieb bei 4:33,36 Minuten stehen, nicht weit entfernt von ihrer Jahresbestleistung, aber doch gut acht Sekunden über dem zwölften Platz, der zum Erreichen des Finales gereicht hätte.